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Fachwerkhaus

Altstadt Wetzlar

Fachwerkhaus · Lahntal · 169 m · Heute geöffnet
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  • Alte Lahnbrücke mit Dom
    Alte Lahnbrücke mit Dom
    Foto: Dominik Ketz, © Tourist-Information Wetzlar

Wetzlar mit seinen rund 54.000 Einwohnern liegt im romantischen Lahntal, ca. 70 km nördlich von Frankfurt am Main, in der Nähe von Limburg (40 km), Marburg (40 km) und Gießen (15 km). Ob mit dem Auto, mit dem Bus oder mit der Bahn - viele Wege führen Sie direkt in das Herz der Stadt Wetzlar.

In Wetzlar angekommen, erleben Sie Geschichte zum Anfassen: Egal ob Goethe, das Reichskammergericht oder die Optik-Stadt – Wetzlar hat für jeden etwas zu bieten. Bei einem kleinen Bummel durch die Altstadt mit ihren kleinen Boutiquen, verwinkelten Gassen und mittelalterlichen Marktplätzen erleben Sie den besonderen Charme der Stadt.

Lassen Sie darüber hinaus Weltliteratur lebendig werden und folgen Sie Goethes Spuren: Goethe verbrachte den Sommer 1772 in Wetzlar und verliebte sich in die bereits versprochene Charlotte Buff. Seine Erlebnisse dieser Zeit beschrieb er in dem Bestseller "Die Leiden des jungen Werthers".

Aber nicht nur kulturell und historisch hat Wetzlar seinen Besuchern etwas zu bieten: Auf den malerischen Marktplätzen im Herzen des historischen Stadtkerns finden sich heute zahlreiche gemütliche Restaurants und Cafés, die im Sommer auch zum Draußensitzen einladen.

Stadtgeschichte

Die Anfänge der Stadt Wetzlar reichen bis ins 8. Jahrhundert zurück, obwohl die Ersterwähnung erst 1141 erfolgte. Im heutigen Stadtgebiet, in dem sich zahlreiche karolingische Siedlungsspuren fanden, überquerte die Hohe Straße von Frankfurt nach Köln und Antwerpen die Lahn mittels einer Furt, die im 13. Jahrhundert durch eine steinerne Brücke ersetzt wurde. Im Jahre 897 weihte der konradinische Bischof Rudolf von Würzburg an der Stelle des heutigen Domes eine Salvatorkirche, der sich kurze Zeit später das Marienstift anschloss. Rund um das Stift entwickelte sich eine städtische Ansiedlung aus Handwerkern und Kaufleuten. Im April 1180 bestätigte Kaiser Friedrich Barbarossa die Privilegien „seiner” Wetzlarer Bürger, und die aufstrebende Stadt entwickelte sich zur Reichsstadt. Vogt und Schultheiß lenkten gemeinsam mit Bürgermeister, Schöffen und Rat die Geschicke der Stadt. Die staufische Reichsburg Kalsmunt hoch über dem Lahntal wurde von verschiedenen Burgmannenfamilien bewohnt, verfiel aber bereits seit dem 16. Jahrhundert. Der größtenteils erhaltene Turm der Stauferburg wurde als Aussichtsturm hergerichtet.

Noch heute kann man an den Straßennamen und den Bezeichnungen der Marktplätze die Topographie, aber auch die mittelalterliche Struktur Wetzlars erkennen. Damalige Berufe und Handelswaren, städtische Einrichtungen und geistliche Niederlassungen spiegeln sich in den Namen wider.

Wetzlar war seit dem 13. Jahrhundert von einer Stadtmauer mit fünf Toren und mindestens neun Türmen umgeben, für deren Instandhaltung die Zünfte und die gesamte Bürgerschaft verantwortlich waren. Im 19. und 20. Jahrhundert wurden alle Türme bis auf einen, den heute so genannten Säuturm, und alle Stadttore abgebrochen. Lediglich das Kalsmunttor in der Vorstadt Silhofen blieb erhalten. Große originale und restaurierte Mauerabschnitte trennen heute die Altstadt von den sie umgebenden Grünanlagen.

Der unvollendet gebliebene Dom teilte schon immer das Schicksal der Stadt: Als die aufstrebende Reichsstadt seit der Mitte des 14. Jahrhunderts verarmte, fehlte das Geld zum Weiterbau der Kirche. Teile des romanischen Kirchenbaues blieben stehen und wurden nicht abgebrochen, denn der gotische Nordturm und das Westwerk konnten aus Geldmangel nicht errichtet bzw. vollendet werden.

Als die Stadtbevölkerung zum evangelischen Glauben übertrat, erhielt sie das Kirchenschiff für den evangelischen Gottesdienst, der Chor blieb den katholischen Stiftsherren vorbehalten. Der Dom als steingewordene Stadtgeschichte beeindruckt noch heute jeden Betrachter.

Der Niedergang im Spätmittelalter betraf die gesamte Stadtbevölkerung, die sich hinter die Mauern zurückzog und die Vorstädte veröden ließ. Die Bürger, meist Händler und Handwerker, betätigten sich in ihrer Not sogar als Bauern auf der kleinen Stadtgemarkung.

Die Aufnahme reformierter wallonischer Glaubensflüchtlinge 1586 führte noch nicht zum erhofften wirtschaftlichen Aufschwung, aber zwangsläufig wurde religiöse Toleranz gefördert. Immerhin konnten die Reformierten mit neuen Wohnhäusern einige Baulücken schließen. Die Häuser der neuen Einwohner und die der alteingesessenen Wetzlarer sind oft mit liebevollem Fachwerkschmuck geziert. Allerdings waren Fachwerkhäuser sehr feuergefährdet, und immer wieder fielen noch im 18. Jahrhundert ganze Straßenzüge Großbränden zum Opfer.

Ab 1690 brachte das höchste deutsche Gericht, das Reichskammergericht, den lang ersehnten Wohlstand nach Wetzlar. Juristen und adlige Vertreter aus dem gesamten Heiligen Römischen Reich deutscher Nation weilten einige Zeit in der Stadt oder ließen sich mit ihren Familien hier nieder. Neu errichtete Häuser, schöne Palais und andere neue Bauwerke wie eine barocke Kirche veränderten das äußere Bild der Stadt. Wirtshausschilder, Hauszeichen oder sonstiger Zierrat schmückten die neuerrichteten Altstadthäuser. Das kulturelle Leben stand in großer Blüte und zahllose Fremde und Gäste belebten die Straßen. Heute bilden die meist verputzten Barockbauten der Reichskammergerichtszeit einen reizvollen Kontrast zu den sorgsam restaurierten Fachwerkhäusern aus fünf Jahrhunderten.

Mit der Auflösung des Reiches 1806 wurde das Gericht geschlossen, und die Stadt stürzte in die Bedeutungslosigkeit. Nachdem Wetzlar bereits 1802/03 den Status einer Reichsstadt verloren hatte und politisch bedeutungslos geworden war, kam nun der wirtschaftliche Niedergang dazu. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts setzte mit optischen und eisenverarbeitenden Betrieben die Industrialisierung der seit 1815 preußischen Stadt ein. Das neue Wetzlar sprengte die Mauern und erstreckte sich weit ins Lahntal und auf die umgebenden Hänge. Die ineinander verschachtelten Häuser der Altstadt mit ihren markanten Schieferdächern, verbunden mit der über 700 Jahre alten steinernen Lahnbrücke und dem in seiner stilistischen Vielfalt einzigartigen Dom, prägen das unverwechselbare Bild Wetzlars.

Aber nicht nur kulturell und historisch hat Wetzlar seinen Besuchern etwas zu bieten: Auf den malerischen Marktplätzen im Herzen des historischen Stadtkerns finden sich heute zahlreiche gemütliche Restaurants und Cafés, die im Sommer auch zum Draußensitzen einladen.

Ob regionale Küche in historischem Fachwerkambiente, Biergärten an der Lahn, Weinlokale oder Cafés mit hausgemachten Kuchen, Wetzlar hat zum Thema "Genuss und Gemütlichkeit" einiges zu bieten. Ergänzt wird das Angebot durch verschiedene Feinkosthändler, die regionale und internationale Produkte anbieten.

Öffnungszeiten

Heute geöffnet
Geöffnet vom 01.01.2021 bis 31.12.2023 von 00:00–24:00 Uhr.

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Broschüre "Historischer Rundweg in der Altstadt" Essen und Trinken inkl. Citybus

Koordinaten

DD
50.555704, 8.501963
GMS
50°33'20.5"N 8°30'07.1"E
UTM
32U 464720 5600537
w3w 
///motorrad.fisch.becken
Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

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